SAP – die Abkürzung begegnet dir in Stellenanzeigen, Unternehmenssoftware und IT-Projekten. Aber was steckt dahinter, wofür wird SAP eingesetzt und warum ist es so verbreitet? Hier die klare Erklärung.
- SAP = Systemanalyse und Programmentwicklung (gegründet 1972 in Mannheim)
- SAP SE ist heute der größte europäische Softwarekonzern
- SAP-Software integriert Geschäftsprozesse: Finanzen, Logistik, HR, Produktion
- SAP S/4HANA ist das aktuelle Kernprodukt (ERP-System)
- Mehr als 400.000 Unternehmen weltweit nutzen SAP-Produkte
SAP Abkürzung: Was bedeutet SAP?
SAP steht für Systemanalyse und Programmentwicklung – so lautete der ursprüngliche Name bei der Gründung 1972. Heute ist SAP eine eigenständige Marke, die offiziell nicht mehr als Abkürzung verwendet wird. Das Unternehmen heißt offiziell SAP SE (Societas Europaea, also eine europäische Aktiengesellschaft).
Gegründet wurde SAP 1972 in Weinheim (dann Walldorf) von fünf ehemaligen IBM-Mitarbeitern: Dietmar Hopp, Hans-Werner Hector, Hasso Plattner, Klaus Tschira und Claus Wellenreuther. Was als kleines Softwareprojekt begann, ist heute der drittgrößte Softwarekonzern weltweit.
Was macht SAP-Software?
SAP bietet sogenannte ERP-Systeme an – Enterprise Resource Planning. Das ist Software, die alle wesentlichen Geschäftsprozesse eines Unternehmens in einem einzigen System integriert:
- Finanzwesen (FI): Buchhaltung, Kostenrechnung, Controlling
- Logistik/Materialwirtschaft (MM): Einkauf, Lagerverwaltung, Bestandsführung
- Vertrieb und Distribution (SD): Auftragsabwicklung, Fakturierung, Lieferung
- Personalwirtschaft (HCM): Personalabrechnung, Zeitwirtschaft, Reisekostenabrechnung
- Produktion (PP): Fertigungsplanung, Stücklistenverwaltung
Der große Vorteil: Alle Abteilungen arbeiten mit denselben Daten in Echtzeit. Eine Bestellung im Vertrieb aktualisiert automatisch den Lagerbestand und löst eine Buchung im Finanzwesen aus.
SAP-Produkte im Überblick
| Produkt | Einsatzgebiet |
|---|---|
| SAP S/4HANA | Aktuelles ERP-Kernsystem (on-premise oder Cloud) |
| SAP ECC (ERP Central Component) | Älteres ERP-System (wird bis 2027 unterstützt) |
| SAP SuccessFactors | HR-Cloud für Personalverwaltung und Recruiting |
| SAP Ariba | Einkauf und Beschaffung (Procurement) |
| SAP Business One | ERP für kleine und mittelständische Unternehmen |
Wer nutzt SAP?
SAP wird vor allem von mittleren und großen Unternehmen eingesetzt. 92 der 100 größten Unternehmen weltweit nutzen SAP-Produkte. In Deutschland ist SAP bei Großkonzernen wie Volkswagen, Siemens, BASF und Telekom im Einsatz.
Für kleinere Unternehmen gibt es SAP Business One oder SAP Business ByDesign – Lösungen, die für Mittelständler ausgelegt sind. Allerdings ist SAP auch in diesen Varianten keine günstige Software – Lizenzen, Implementierung und Wartung schlagen erheblich zu Buche.
SAP-Kenntnisse im Job
In vielen kaufmännischen und technischen Berufen sind SAP-Kenntnisse ein Pflichtfeld im Lebenslauf. Besonders gefragt sind Module wie FI (Finanzbuchhaltung), CO (Controlling), MM (Materialwirtschaft) und SD (Vertrieb). SAP-Berater und SAP-Entwickler gehören zu den am besten bezahlten IT-Profilen am deutschen Arbeitsmarkt.
Fazit
SAP steht für Systemanalyse und Programmentwicklung und ist heute der größte europäische Softwarekonzern. Das Kernprodukt – das ERP-System SAP S/4HANA – integriert alle wesentlichen Geschäftsprozesse eines Unternehmens in einer einzigen Plattform. Für Kaufleute und IT-Fachkräfte in Deutschland sind SAP-Kenntnisse oft Voraussetzung.
Häufige Fragen zu SAP
Ist SAP dasselbe wie ERP?
Nein. ERP (Enterprise Resource Planning) ist das Konzept – also die Idee, alle Geschäftsprozesse in einem integrierten System zu verwalten. SAP ist ein Anbieter von ERP-Software. Es gibt auch andere ERP-Anbieter wie Oracle, Microsoft Dynamics oder infor. SAP ist jedoch weltweiter Marktführer im Enterprise-Segment.
Kann man SAP kostenlos lernen?
Ja – SAP bietet über die SAP Learning Hub und openSAP-Plattform kostenlose Kurse an. Für Einsteiger gibt es Tutorials zu SAP-Grundlagen, einzelnen Modulen und der S/4HANA-Oberfläche (SAP Fiori). Zusätzlich bieten IHKs und private Bildungsanbieter SAP-Zertifizierungen an.
