Ein Angebot zu schreiben ist mehr als eine Preisliste zu verschicken. Wer das Angebot gut formuliert, erhöht seine Chancen auf den Auftrag – und macht gleichzeitig den Vertrag wasserdicht. Hier findest du die richtige Struktur, Vorlage und die häufigsten Fehler, die du vermeiden solltest.
- Ein Angebot ist ein rechtlich bindender Vertragsantrag – mit Annahme kommt der Vertrag zustande
- Pflichtinhalt: Leistungsbeschreibung, Preise, Gültigkeitsdauer, Zahlungsbedingungen
- Was nicht im Angebot steht, ist nicht Teil des Vertrags
- Professioneller Aufbau: Einleitung, Leistungspositionen, Preisübersicht, Konditionen
- Immer Gültigkeitsdatum setzen – sonst gilt das Angebot unbegrenzt
Aufbau eines professionellen Angebots
Ein gutes Angebot folgt immer der gleichen Grundstruktur. Das schafft Vertrauen und macht es für den Kunden einfach, die wichtigsten Informationen schnell zu finden:
- Kopfbereich – Deine Kontaktdaten, Datum, Angebotsnummer, Kundendaten
- Betreff – Klare Bezeichnung (z.B. „Angebot Webentwicklung Projekt XY“)
- Anrede und Einleitung – Kurz, bezugnehmend auf die Kundenanfrage
- Leistungspositionen – Konkrete Beschreibung mit Menge und Einzelpreisen
- Preisübersicht – Netto, MwSt., Brutto
- Leistungszeitraum – Wann wird geliefert?
- Konditionen – Zahlungsziel, Anzahlung, Gültigkeitsdauer
- Abschluss – Unterschrift, Auftragsbestätigung
Vorlage: Angebot schreiben (Muster)
[Adresse] · [PLZ Ort]
[E-Mail] · Steuernr.: [Nummer]
Datum: 30.04.2026
Gültig bis: 31.05.2026
Betreff: Angebot für [konkrete Bezeichnung]
Sehr geehrte/r [Name],
vielen Dank für Ihre Anfrage vom [Datum]. Gerne unterbreite ich Ihnen folgendes Angebot:
| Pos. | Leistung | Menge | Preis | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 1 | [Hauptleistung – kurze, klare Beschreibung. Inkl. konkreter Lieferumfang] | 1 Pausch. | 2.400,00 € | 2.400,00 € |
| 2 | [Nebenleistung oder Option] | 4 Std. | 120,00 € | 480,00 € |
| Netto | 2.880,00 € | |||
| + 19 % MwSt. | 547,20 € | |||
| Gesamtbetrag | 3.427,20 € | |||
Leistungszeitraum: [Start] bis [Ende] · ca. [X] Wochen nach Auftragserteilung
Zahlung: 30 % Anzahlung bei Auftragserteilung, Rest nach Abnahme
Ich freue mich über Ihren Auftrag. Bei Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
[Name]
Angebot schreiben: Die häufigsten Fehler
Fehler 1: Zu vage Leistungsbeschreibung
„Website erstellen: 2.500 €“ ist kein Angebot – es ist eine Zahl ohne Kontext. Was wird geliefert? Wie viele Seiten? Welches System? Gibt es eine Übergabe-Session? Je unklarer das Angebot, desto größer das Risiko, dass der Kunde hinterher mehr erwartet als du geplant hast.
Fehler 2: Kein Gültigkeitsdatum
Ohne Gültigkeitsdatum kann der Kunde dein Angebot theoretisch ein Jahr später annehmen – und du stehst in der Pflicht, zum alten Preis zu liefern. Setze immer eine Frist, vier bis sechs Wochen sind üblich.
Fehler 3: Keine Ausschlüsse
Was nicht im Angebot steht, ist nicht Teil des Auftrags – aber viele Kunden interpretieren das anders. Schreibe explizit, was nicht enthalten ist. Das verhindert Nachforderungen und erspart unangenehme Gespräche.
Fehler 4: Rechtlich bindend ohne es zu wollen
Manchmal willst du nur eine grobe Einschätzung geben – nicht gleich ein verbindliches Angebot. In diesem Fall schreib „Kostenvoranschlag“ oder „unverbindliche Preisinfo“ und füge den Hinweis „freibleibend“ hinzu. Das gibt dir Spielraum bei der finalen Preisfindung.
Angebot per E-Mail: Was ist zu beachten?
Ein Angebot per E-Mail ist rechtsgültig. Das Angebot selbst schickst du am besten als PDF-Anhang – so bleibt es im Original erhalten und der Kunde kann es einfach ausdrucken oder weiterleiten. Im E-Mail-Text eine kurze Zusammenfassung, dann der Verweis auf den Anhang.
Fazit
Ein professionelles Angebot ist mehr als eine Preisliste – es ist der erste Schritt zum Vertrag. Nutze die Vorlage oben, beschreibe die Leistungen konkret, nenne was nicht enthalten ist, und setze immer ein Gültigkeitsdatum. Das spart Diskussionen und schafft klare Erwartungen auf beiden Seiten.
Häufige Fragen zum Angebot schreiben
Wie lange sollte ein Angebot maximal sein?
Das hängt vom Auftrag ab. Bei einfachen Leistungen reicht eine DIN-A4-Seite. Bei komplexen Projekten darf es auch drei bis fünf Seiten sein – aber dann strukturiert mit Inhaltsverzeichnis und klarer Gliederung. Alles, was länger als nötig ist, wirkt unstrukturiert.
Muss ich eine Steuernummer im Angebot angeben?
Nein – beim Angebot ist das nicht zwingend. Steuernummer und USt-IdNr. sind Pflichtangaben auf der Rechnung, nicht auf dem Angebot. Trotzdem ist es professionell, die Steuernummer zu ergänzen, damit dein Kunde weiß, wer er beauftragt.
