Die Gehaltserhöhung gilt seit jeher als wirksames Mittel, wenn es um erfolgreiche Mitarbeiterbindung geht. Doch die steigenden Lohnkosten, die höheren Sozialabgaben und wirtschaftliche Unsicherheiten führen dazu, dass viele Unternehmen mittlerweile nach alternativen Wegen suchen, um ihre Beschäftigten zu unterstützen.
Steuerfreie oder steuerbegünstigte Zusatzleistungen werden dafür immer beliebter. Sie ermöglichen finanzielle Vorteile für die Mitarbeitenden und schaffen gleichzeitig größere Spielräume für die Arbeitgeber, um ihr Vergütungspaket attraktiv zu gestalten.
Diese Möglichkeiten bietet der Gesetzgeber
Der Gesetzgeber stellt dafür verschiedene Instrumente bereit. Es existieren zahlreiche Möglichkeiten, einen zusätzlichen Mehrwert für die Beschäftigten zu schaffen. Diese reichen von Sachbezügen über Mobilitätsangebote bis hin zur Gesundheitsförderung.
Dabei müssen jedoch stets die steuerlichen Voraussetzungen eingehalten werden. Nur dann lassen sich die vorgesehenen Vorteile tatsächlich nutzen. Zu den bekanntesten Modellen zählt der Sachbezug. Unternehmen können ihren Mitarbeitenden innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen Gutscheine oder entsprechende Leistungen zur Verfügung stellen.
In der Praxis finden sich dafür die unterschiedlichsten Beispiele, wie etwa Geschenkkarten für Kaufland. Wichtig ist nur, dass sie die Anforderungen an steuerlich begünstigte Sachbezüge erfüllen.
Sachbezüge gehören zu den beliebtesten Zusatzleistungen
Sachbezüge haben sich in vielen Unternehmen bereits seit Jahren etabliert. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Sie lassen sich vergleichsweise einfach umsetzen und bieten den Beschäftigten einen unmittelbaren Mehrwert im Alltag. Bei ihnen handelt es sich nicht um klassische Geldzahlungen. Es sind Leistungen, die an bestimmte Waren oder Dienstleistungen gebunden sind.
Für die steuerliche Behandlung spielt allerdings die genaue Ausgestaltung eine wichtige Rolle. Somit erfüllt nicht jeder Gutschein automatisch die gesetzlichen Vorgaben. Die Arbeitgeber müssengenau prüfen, welche Modelle als Sachbezug anerkannt werden und welche Regelungen im Einzelfall gelten.
Richtig eingesetzt, können Sachbezüge dann dazu beitragen, die eigene Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen, ohne dass dabei die Kosten einer klassischen Gehaltserhöhung entstehen.
Mobilitätsangebote werden immer wichtiger
Die Kosten für den täglichen Arbeitsweg sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Aus diesem Grund wächst natürlich das Interesse an Leistungen, welche die Beschäftigten im Bereich ihrer Mobilität unterstützen.
Ein bekanntes Beispiel stellen Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr sowie die Bereitstellung eines Jobtickets dar. Unter bestimmten Voraussetzungen können solche Leistungen steuerlich begünstigt werden.
Auch Diensträder und E-Bikes sind heute in vielen Betrieben zu finden. Sie können sowohl für den Arbeitsweg als auch für private Fahrten genutzt werden. Abhängig von der individuellen Ausgestaltung bieten sie außerdem steuerliche Vorteile.
Gesundheitsförderung ist eine Investition in die Belegschaft
Gesunde Mitarbeitende sind für Unternehmen ein Erfolgsfaktor, der in der Vergangenheit oft unterschätzt wurde.
Das Steuerrecht erlaubt unter bestimmten Voraussetzungen auch steuerbegünstigte Leistungen im Bereich der Gesundheitsförderung. Gefördert werden können beispielsweise zertifizierte Präventionsmaßnahmen in den Bereichen Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung oder Suchtprävention.
Die jeweiligen Maßnahmen müssen sich allerdings klar von allgemeinen Freizeitangeboten abgrenzen. Nicht jede gesundheitsbezogene Leistung erfüllt also automatisch die steuerlichen Voraussetzungen. Daher ist eine konkrete Ausgestaltung wichtig.
Unterstützung bei Familie und Weiterbildung
Neben finanziellen Vorteilen gewinnen außerdem Leistungen an Bedeutung, welche die Beschäftigten in unterschiedlichen Lebensphasen entlasten, wie beispielsweise Zuschüsse für die Betreuung nicht schulpflichtiger Kinder. Unter bestimmten Voraussetzungen können solche Leistungen steuerfrei gewährt werden.
Auch Weiterbildungsangebote sind heute sehr gefragt. Die Übernahme beruflich veranlasster Fortbildungsmaßnahmen stärkt die Qualifikation der Mitarbeitenden und sorgt dafür, dass das interne Fachwissen im Betrieb ausgebaut wird.
Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels investieren viele Arbeitgeber mittlerweile gezielt in die Weiterbildung ihrer Belegschaft. Davon profitieren beide Seiten langfristig.
Steuerfreie Extras sollten gezielt ausgewählt werden
Eines sollte klar sein: Steuerfreie und steuerbegünstigte Zusatzleistungen ersetzen kein angemessenes Gehalt. Sie können jedoch ein sinnvoller Bestandteil eines modernen Vergütungsmodells sein und den Beschäftigten spürbare Vorteile verschaffen.
Die angebotenen Leistungen müssen dafür immer an den tatsächlichen Bedarf der Belegschaft angepasst werden. Für einige Mitarbeitende stehen so vielleicht Mobilitätsangebote im Vordergrund, für andere sind Gesundheitsleistungen oder familienbezogene Unterstützungen relevanter.
Unternehmen, die ihre bestehenden steuerlichen Möglichkeiten bewusst nutzen und korrekt umsetzen, schaffen zusätzliche Anreize für ihre Beschäftigten.
