GbR – diese Abkürzung begegnet dir auf Verträgen, in Handelsregistern und bei Unternehmensgründungen. Was die GbR bedeutet, wann sie sinnvoll ist und worauf du achten musst, erfährst du hier kompakt.
- GbR = Gesellschaft bürgerlichen Rechts (§§ 705 ff. BGB)
- Einfachste Form einer Personengesellschaft in Deutschland
- Kein Mindestkapital, kein Notartermin, keine Handelsregisterpflicht
- Alle Gesellschafter haften persönlich und unbeschränkt mit Privatvermögen
- Seit 2024 neu: GbR kann ins Gesellschaftsregister eingetragen werden (eGbR)
GbR Abkürzung: Was bedeutet GbR?
GbR steht für Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Sie ist die einfachste Form einer Personengesellschaft in Deutschland und im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB, §§ 705 ff.) geregelt. Schon wenn zwei oder mehr Personen gemeinsam einen wirtschaftlichen Zweck verfolgen und Leistungen einbringen, entsteht automatisch eine GbR – auch ohne schriftlichen Vertrag.
Klassische Beispiele: Freiberufler-Büro, Arztpraxis mit zwei Ärzten, kleines Kreativstudio, Investorengemeinschaft.
GbR gründen: So einfach geht’s
Die Gründung einer GbR ist vergleichsweise unkompliziert:
- Gesellschaftsvertrag schließen – kann formlos (mündlich) sein, aber schriftlich ist dringend empfohlen.
- Steuerliche Erfassung – Fragebogen zur steuerlichen Erfassung beim Finanzamt einreichen (für jeden Gesellschafter separat).
- Gewerbe anmelden – falls gewerbliche Tätigkeit (nicht notwendig bei Freiberuflern).
- Geschäftskonto eröffnen – empfohlen, um Privat- und Geschäftsfinanzen zu trennen.
Kein Mindestkapital, kein Notar, kein Handelsregister (außer bei freiwilliger Eintragung als eGbR).
Haftung in der GbR: Das größte Risiko
Die größte Besonderheit der GbR ist die persönliche und unbeschränkte Haftung aller Gesellschafter. Das bedeutet: Wenn die GbR Schulden hat, können Gläubiger auf das Privatvermögen jedes einzelnen Gesellschafters zugreifen.
Noch weitreichender: Jeder Gesellschafter haftet auch für Fehler der anderen – gesamtschuldnerisch. Wenn dein GbR-Partner einen Vertrag unterschreibt oder einen Schaden verursacht, kannst du dafür mit deinem Privatvermögen haften.
Das ist der Hauptgrund, warum die GbR bei wachsenden Unternehmen oder risikoreichen Tätigkeiten oft gegen eine GmbH oder UG ausgetauscht wird.
GbR vs. andere Rechtsformen
| Merkmal | GbR | OHG | GmbH |
|---|---|---|---|
| Mindestkapital | Keins | Keins | 25.000 € |
| Haftung | Persönlich, unbeschränkt | Persönlich, unbeschränkt | Auf Stammkapital begrenzt |
| Handelsregister | Freiwillig (eGbR) | Pflicht | Pflicht |
| Gründungsaufwand | Sehr gering | Mittel | Hoch |
Neu: eingetragene GbR (eGbR)
Seit dem 1. Januar 2024 können GbRs freiwillig ins Gesellschaftsregister eingetragen werden und tragen dann das Kürzel eGbR (eingetragene Gesellschaft bürgerlichen Rechts). Der Vorteil: Die eGbR ist rechtsfähiger und kann Grundstücke und Anteile auf sich eintragen lassen. Die Haftung bleibt aber unverändert persönlich.
Fazit
GbR steht für Gesellschaft bürgerlichen Rechts – die einfachste Gesellschaftsform in Deutschland. Ohne Mindestkapital und ohne aufwendige Gründungsformalitäten ideal für kleine Kooperationen und Freiberufler. Das Risiko: Alle Gesellschafter haften persönlich mit ihrem Privatvermögen. Wer wächst oder Haftungsrisiken minimieren will, sollte über einen Wechsel zu GmbH oder UG nachdenken.
Häufige Fragen zur GbR
Kann eine GbR auch aus nur zwei Personen bestehen?
Ja – eine GbR braucht mindestens zwei Gesellschafter, kann aber auch aus zwei Personen bestehen. Es gibt keine Obergrenze für die Anzahl der Gesellschafter. Wichtig: Sobald nur noch eine Person übrig bleibt, erlischt die GbR automatisch.
Braucht eine GbR eine Steuernummer?
Ja. Die GbR erhält eine eigene Steuernummer beim Finanzamt – für die Umsatzsteuer und die Feststellungserklärung (Gewinnverteilung auf die Gesellschafter). Jeder Gesellschafter versteuert seinen Gewinnanteil in seiner persönlichen Einkommensteuererklärung.
