Lastschrift, Lastschrifteinzug, SEPA-Lastschrift – klingt technisch, ist aber einer der häufigsten Zahlungswege in Deutschland. Was dahintersteckt, wie es funktioniert und was du als Zahler oder Empfänger wissen musst, erfährst du hier.
- Lastschrift = Zahlungsverfahren, bei dem der Gläubiger das Geld vom Konto einzieht
- Voraussetzung: SEPA-Lastschriftmandat des Kontoinhabers
- Widerspruch (Rücklastschrift) möglich: 8 Wochen bei autorisierten, 13 Monate bei unautorisierten Lastschriften
- SEPA-Basis- und SEPA-Firmenlastschrift sind die zwei relevanten Typen
- Beliebt bei: Miete, Strom, Versicherungen, Abonnements
Was bedeutet Lastschrift?
Bei einer Überweisung initiierst du die Zahlung selbst – du schickst Geld an jemanden. Bei einer Lastschrift ist es genau andersherum: Der Empfänger (Gläubiger) zieht den Betrag von deinem Konto ab. Du hast vorher dein Einverständnis gegeben – durch ein Lastschriftmandat.
Das SEPA-Lastschriftverfahren ist seit 2014 der Standard in der EU. SEPA steht für „Single Euro Payments Area“ – einheitlicher Zahlungsraum in Europa. Mit einer IBAN (und ggf. BIC) können Zahlungen innerhalb der SEPA-Zone problemlos abgewickelt werden.
Wie funktioniert eine Lastschrift?
- Mandat erteilen: Du unterschreibst ein SEPA-Lastschriftmandat. Damit erlaubst du dem Gläubiger, Beträge von deinem Konto einzuziehen.
- Vorabankündigung (Pre-Notification): Der Gläubiger kündigt dir die Lastschrift an – bei SEPA-Basislastschrift mindestens 14 Tage vorher (kann vertraglich auf weniger reduziert werden).
- Einzug: Am Fälligkeitstag zieht der Gläubiger den Betrag über sein Kreditinstitut ein.
- Buchung: Der Betrag erscheint auf deinem Kontoauszug als Belastung.
SEPA-Basislastschrift vs. SEPA-Firmenlastschrift
Es gibt zwei Typen:
- SEPA-Basislastschrift (Core Direct Debit): Für Privatpersonen und Unternehmen. Widerspruch möglich bis 8 Wochen nach Belastung – sogar ohne Angabe von Gründen.
- SEPA-Firmenlastschrift (B2B Direct Debit): Nur zwischen Unternehmen. Kein Widerspruchsrecht nach Buchung – das Mandat muss vorher von beiden Seiten bestätigt sein.
Lastschrift widersprechen: Rücklastschrift
Du kannst einer SEPA-Basislastschrift widersprechen – ohne Angabe von Gründen, innerhalb von 8 Wochen nach Belastung. Die Bank bucht den Betrag dann zurück (Rücklastschrift). Bei einer nicht autorisierten Lastschrift (also ohne gültiges Mandat) hast du sogar 13 Monate Widerspruchsrecht.
Achtung: Eine Rücklastschrift bedeutet nicht, dass du die Schuld nicht zahlen musst – der Gläubiger hat weiterhin seinen Zahlungsanspruch. Du hast nur den Zahlungsweg widersprochen, nicht die Forderung selbst.
Lastschrift für Unternehmen: Was müssen Gläubiger beachten?
Wenn du als Unternehmen Lastschriften einziehen willst, brauchst du eine Gläubiger-Identifikationsnummer (Creditor Identifier). Diese beantragst du bei der Deutschen Bundesbank. Außerdem musst du für jedes Mandat eine eindeutige Mandatsreferenz vergeben und die Daten archivieren.
Fazit
Die Lastschrift ist ein bequemes Zahlungsverfahren – besonders für wiederkehrende Zahlungen wie Miete, Strom oder Abonnements. Als Zahler hast du durch das 8-Wochen-Widerspruchsrecht guten Schutz. Als Unternehmen ermöglicht die Lastschrift eine verlässliche Liquiditätsplanung. Das SEPA-Mandat ist die rechtliche Grundlage – ohne gültiges Mandat darf kein Geld eingezogen werden.
Häufige Fragen zur Lastschrift
Was kostet eine Rücklastschrift?
Das zahlt die einziehende Bank des Gläubigers – typisch sind 3 bis 10 Euro Gebühren. Der Gläubiger gibt diese Kosten meist an dich als Schuldner weiter, wenn die Rücklastschrift durch mangelnde Kontodeckung entstand.
Ist eine Lastschrift dasselbe wie eine Abbuchung?
Umgangssprachlich ja – „Abbuchung“ wird häufig synonym für Lastschrift verwendet. Technisch bezeichnet „Abbuchung“ das ältere Abbuchungsauftragsverfahren, das durch SEPA-Lastschrift ersetzt wurde. Im alltäglichen Sprachgebrauch sind beide Begriffe austauschbar.
