
Alles digital, oder? Wer heute ein Startup gründet, denkt an Social-Media-Kampagnen, E-Mail-Funnels und Performance-Marketing. Physische Post? Klingt nach dem Geschäftsmodell von vorgestern. Doch die Zahlen erzählen eine andere Geschichte: Laut einer Studie des Collaborative Marketing Club (CMC) liegt die Öffnungsrate von Printmailings bei 76 Prozent. E-Mails schaffen im B2B-Bereich gerade mal 20 bis 25 Prozent. Vielleicht ist es also keine so schlechte Idee, dem Briefkasten eine zweite Chance zu geben.
Das Wichtigste in Kürze
- Physische Mailings erzielen eine Öffnungsrate von bis zu 76 Prozent und damit deutlich mehr als E-Mail-Kampagnen, was sie besonders für die Kundengewinnung von Startups interessant macht.
- Ein Lettershop übernimmt den gesamten Prozess von Druck über Kuvertierung bis zum Versand und ermöglicht auch kleinen Unternehmen professionelle Mailingkampagnen ohne eigene Infrastruktur.
- Durch die Kombination von Print- und Digitalmarketing entstehen crossmediale Kampagnen, die nachweislich höhere Conversion-Raten erzielen als rein digitale Ansätze.
Spezialisierte Lettershop-Dienstleistende wickeln den gesamten Versandprozess ab und bieten dabei auch für kleine Auflagen flexible Lösungen an, die sich für Startups besonders lohnen.
Was genau macht ein Lettershop?
Der Begriff „Lettershop“ stammt aus der Direktmarketing-Branche und bezeichnet einen Dienstleistenden, der den gesamten Versandprozess für physische Mailings abwickelt. Das umfasst den Druck der Briefe, Beilagen oder Broschüren, die Kuvertierung, die Adressierung und schließlich die Übergabe an den Postdienstleistenden.
Für Startups, die weder eine eigene Druckerei noch eine Versandabteilung haben, ist das Gold wert. Statt selbst tausende Briefe zu falten (ja, das machen manche tatsächlich noch von Hand), übernimmt der Lettershop alles in einem automatisierten Prozess. Von der Einzelsendung bis zur Massenaussendung mit hunderttausend Empfangenden.
Moderne Lettershops bieten zudem personalisierte Mailings an. Jeder Brief kann individuell gestaltet werden, mit dem Namen der Empfangsperson, einem persönlichen Angebot oder einer regional angepassten Botschaft. Das steigert die Relevanz enorm.
Warum physische Post gerade für Startups spannend ist
In einer Welt, in der der durchschnittliche Mensch täglich über 120 E-Mails erhält, geht digitale Werbung schnell unter. Ein physischer Brief hingegen landet auf dem Schreibtisch. Er wird angefasst, aufgemacht, gelesen. Die haptische Erfahrung erzeugt eine ganz andere Aufmerksamkeit als ein weiterer Newsletter im Posteingang.
Für Startups, die sich von der Masse abheben wollen, ist das ein echtes Differenzierungsmerkmal. Stell dir vor, du bist ein B2B-Startup und möchtest 500 potenzielle Kundinnen und Kunden erreichen. Eine E-Mail-Kampagne kostet dich vielleicht 200 Euro, wird aber von 400 Personen ignoriert. Ein personalisiertes Mailing kostet dich 1.500 Euro, wird aber von 380 Personen tatsächlich gelesen. Was bringt mehr?
Natürlich hängt das vom Produkt, der Zielgruppe und der Botschaft ab. Aber die Grundtendenz ist klar: Physische Post hat eine Aufmerksamkeitskraft, die digitale Kanäle nur schwer erreichen.
Die Kosten im Griff: Was ein Mailing wirklich kostet
Viele Gründende scheuen vor Printmailings zurück, weil sie hohe Kosten vermuten. Die Realität ist differenzierter. Ein einfacher Standardbrief im Massenversand kostet inklusive Druck, Kuvertierung und Porto zwischen 0,80 und 1,50 Euro pro Stück. Bei größeren Auflagen sinkt der Stückpreis deutlich.
Verglichen mit den Customer-Acquisition-Costs (CAC) in vielen digitalen Kanälen ist das durchaus wettbewerbsfähig. Wer im Google-Ads-Bereich für einen Klick 3 Euro zahlt und eine Conversion-Rate von 2 Prozent hat, landet bei 150 Euro pro Neukund:in. Ein gut gemachtes Mailing kann hier durchaus mithalten.
Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit: die Qualität der Adressdaten. Ein perfekt gestalteter Brief, der an die falsche Person geht, ist rausgeworfenes Geld. Gute Lettershops bieten deshalb auch Adressbereinigung und Dublettenchecks an.
Crossmediale Kampagnen: Print und Digital kombinieren
Die stärkste Wirkung entfalten Mailings, wenn sie Teil einer crossmedialen Kampagne sind. Ein Beispiel: Du verschickst einen personalisierten Brief mit einem QR-Code, der auf eine spezielle Landing-Page führt. Dort erwartet die Empfangsperson ein exklusives Angebot. Wenige Tage später folgt eine Retargeting-Anzeige auf Social Media.
Dieses Zusammenspiel aus physisch und digital erzeugt mehrere Berührungspunkte und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Conversion erheblich. Laut einer Studie von InfoTrends steigern crossmediale Kampagnen die Response-Rate um bis zu 35 Prozent gegenüber reinen Digitalansätzen.
Worauf du bei der Auswahl eines Lettershops achten solltest
Nicht alle Lettershops sind gleich. Für Startups, die häufig mit kleineren Auflagen und kurzen Vorlaufzeiten arbeiten, sind Flexibilität und kurze Reaktionszeiten entscheidend.
Achte auf folgende Punkte: Bietet der Dienstleistende auch Kleinstauflagen ab 100 Stück an? Sind personalisierte Mailings möglich? Wie schnell ist die Durchlaufzeit vom Druckauftrag bis zur Übergabe an die Post? Gibt es eine digitale Schnittstelle (API), über die du Mailings direkt aus deinem CRM-System auslösen kannst?
Transparente Preisgestaltung ohne versteckte Zusatzkosten ist ebenfalls ein Qualitätsmerkmal. Seriöse Anbietende kalkulieren auf Basis von Auflage, Format und Versandart und legen alle Kosten offen.
Datenschutz bei Printmailings: Was du beachten solltest
Auch beim Versand physischer Post gelten die Regelungen der DSGVO. Du brauchst eine rechtliche Grundlage für die Nutzung der Adressdaten, sei es eine Einwilligung, ein bestehendes Kundenverhältnis oder ein berechtigtes Interesse gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO.
Bei Bestandskundinnen und -kunden ist die Lage relativ unkompliziert. Bei Neukundenakquise per Kaltmailing gelten strengere Regeln. Hier lohnt sich ein kurzer Check mit einem Rechtsberatenden oder Datenschutzbeauftragten, bevor du loslegst.
Fazit: Der Brief lebt und kann richtig viel bewirken
Printmailings sind kein Relikt aus vergangenen Zeiten. Für Startups, die in der Flut digitaler Werbung auffallen wollen, bieten sie eine handfeste Alternative. In Kombination mit digitalen Kanälen entsteht ein Marketing-Mix, der messbar mehr Wirkung erzielt als reine Online-Strategien. Der Schlüssel liegt in der Umsetzung: gute Daten, relevante Botschaften und ein professioneller Partner, der den Prozess zuverlässig abwickelt.
