Wer seine Bankumsätze prüft, findet dort oft Namen, die er keinem Geschäft zuordnen kann. Ein sehr häufiger Kandidat ist die „Concardis GmbH“.
Die erste Reaktion ist oft Misstrauen: „Ich habe nichts bei einer Firma Concardis bestellt!“ Doch die Sorge ist meist unbegründet. Concardis ist kein Händler, der Ihnen etwas verkauft hat, sondern der technische Dienstleister, der die Zahlung für den Händler abgewickelt hat. Wahrscheinlich haben Sie vor wenigen Tagen in einem kleineren Geschäft oder Restaurant mit Karte bezahlt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Funktion: Concardis ist einer der größten Zahlungsdienstleister (Payment Service Provider) im deutschsprachigen Raum.
- Die Geräte: Sie stellen die weißen Kartenlesegeräte (Terminals) bereit, die auf vielen Theken stehen.
- Der Ort: Häufige Nutzer sind Restaurants, Friseure, Apotheken, Bäckereien oder kleine Boutiquen.
- Der Hintergrund: Concardis gehört mittlerweile zur Nexi Group (früher Nets). Daher tauchen diese Namen oft gemeinsam auf.
Wer ist Concardis?
Concardis (Sitz in Eschborn) ist die Schnittstelle zwischen Ihrer Bankkarte und der Kasse des Händlers.
Große Supermarktketten wie Rewe oder Aldi haben eigene Verträge mit den Banken, sodass auf dem Kontoauszug direkt „Rewe sagt Danke“ steht. Kleinere Geschäfte, Gastronomen oder Hoteliers nutzen jedoch Dienstleister wie Concardis. Diese stellen das Terminal, kümmern sich um die Technik und ziehen das Geld beim Kunden ein, um es gebündelt an den Händler weiterzuleiten.
Warum steht da nicht der Name des Ladens?
Normalerweise sollte auf dem Auszug so etwas stehen wie: „Concardis für Friseursalon Müller“ oder „Restaurant Venezia“.
Es gibt jedoch Fälle, in denen der Händlername nicht übertragen wird oder abgeschnitten ist:
- Technische Einstellungen: Bei manchen Terminals ist standardmäßig der Netzbetreiber (Concardis) als primärer Empfänger eingetragen.
- Kreditkartenabrechnung: Besonders auf Kreditkartenabrechnungen wird oft der Name des „Acquirers“ (der die Zahlung verarbeitet) prominenter dargestellt als der des kleinen Ladens.
Typische Situationen für diese Abbuchung
Wenn Sie „Concardis“ lesen, erinnern Sie sich an Ihre Wege in den letzten 2–3 Tagen:
- Gastronomie: Ein Abendessen beim Italiener oder ein Kaffee im Café.
- Dienstleistung: Friseurbesuch, Kosmetikstudio oder Nagelstudio.
- Gesundheit: Zuzahlung in der Apotheke oder beim Zahnarzt.
- Reisen: Hotelübernachtung oder Taxi.
Checkliste: So identifizieren Sie den Kauf
Bevor Sie die Buchung reklamieren:
- Betrag prüfen: Schauen Sie sich die Summe genau an. Haben Sie neulich 45,00 € beim Friseur bezahlt? Oder 32,50 € im Restaurant?
- Datum beachten: Kartenzahlungen tauchen oft erst 1 bis 3 Tage später auf dem Konto auf (Wertstellung). Überlegen Sie, was Sie vorgestern oder vor dem Wochenende gemacht haben.
- Blick ins Portemonnaie: Haben Sie noch einen Kassenbeleg (Bondruck)? Oft steht ganz unten oder oben auf dem kleinen Zettel „Netzbetreiber: Concardis“ oder ein Logo der „Nexi Group“.
Fazit
Eine Abbuchung der Concardis GmbH ist in 99 % der Fälle legitim. Sie haben eine Ware oder Dienstleistung vor Ort bargeldlos bezahlt, und Concardis war lediglich der technische Bote, der das Geld von Ihrem Konto zum Ladenbesitzer transportiert hat.
